Störungen des Schluckaktes treten in der Regel bei geriatischen Erkrankungen auf (Schlaganfall, Systemerkrankungen) oder auch bei neurologischen Entwicklungsstörungen im Kindesalter auf. Seltener nach Traumen und Operationen. Teilweise fällt der Schluckreflex komplett aus. Teilweise kann geschluckt werden und Nahrungspartikel gelangen in die Atemwege und in die Lunge statt in die Speiseröhre. Eine herabgesetzte Sensibilität verhindert dabei oft ein Husten, so das sich Fremdkörper unbemerkt in der Lunge sammeln. Nichtbehandelte Dysphagien führen leicht zu Lungenentzündungen.
Dramatisch ist, dass viele Schluckerkrankungen erst sehr spät oder gar nicht erkannt werden. Typische Symptome wie starke Verschleimung der Lunge, Lungenentzündungen (Pneumonie), Entkräftigung oder auch starke Gewichtsabnahme werden häufig anders gedeutet und behandelt. Häufiges Husten (während einer Mahlzeit ca. mehr als 3 mal) sollte logopädisch abgeklärt werden.
Ist die Schluckstörung erkannt, kann durch logopädische Übungen die Sensibilität verbessert werden, um zum Beispiel den Würg- und den Hustenreflex wieder herzustellen oder zu verbessern. So kann unkontrolliertes und unbemerktes Eindringen von Speisen in die Atemwege vermindert, bzw. verhindert werden.
Die Behandlung hat des weiteren die Kräftigung der am Schlucken beteiligten Muskeln zum Ziel: Die Muskeln am und im Mund werden trainiert, damit im Mund befindliche Speisen und Flüssigkeiten besser kontrollierbar sind. Da beim Schluckakt durch die Kehlkopfhebung die Atemwege als Schutzfunktion verschlossen werden, werden auch die daran beteiligten Muskeln trainiert.