Stottern und Poltern sind sog. Sprechunflüssigkeiten. Sie stellen eine Störung der Aussprache, in unterschiedlichen Formen dar. Die häufigsten Symptome sind Laut-, Silben- und Wortwiederholungen, die Dehnung von Buchstaben oder Sprechblockaden. Oft treten auch vegetative Symptome (rot werden, schwitzen etc.) oder unsinnige, meist mimische, Mitbewegungen auf. Nicht selten treten die Symptome verstärkt in bestimmten Situationen auf (z.B. nur bei Aufregung).
Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen kindlichem Stottern und Stottern bei Erwachsenen.
Nicht jedes kindliche Stottern ist behandlungsbedürftig. Ein Logopäde sollte aufgesucht werden, wenn:
Stottern bei Erwachsenen ist eine auffallend häufige Unterbrechung des Sprechablaufs. Es ist charakterisiert durch ein plötzliches Stocken vor einem Wort, einer Silbe oder einem Laut. Es kommen Verzögerungen, Dehnungen und Verkürzungen bei der Aussprache einzelner Buchstaben vor, sowie Wiederholungen von Wort- und Satzteilen. Auch erfolgen Zwischenschiebungen unangepasster Laute. Mit diesen Sprechauffälligkeiten geht häufig eine ungünstige Atemtechnik und eine Fehlkoordination der am Sprechablauf beteiligten Muskelgruppen einher. Je nach Art der Unterbrechungen im Redefluss bezeichnet man das Stottern als tonische oder klonische Störung.
Auch hier bieten sich Therapie- und Trainingsmöglichkeiten. Grundsätzlich kann jedes Stottern in jedem Alter behandelt werden.
Poltern ist durch eine zu hastige Sprechweise mit einer hohen Undeutlichkeit in der Sprechweise gekennzeichnet. Der Polterer wiederholt wie der Stotterer Laute, Silben und Wörter mehrmals oder er überspringt sie komplett. Man gewinnt beim Zuhören den Eindruck, der Patient denkt schneller, als er mit der Zunge nach kommt. Er kann aber auch mitten im Satz ins Stocken geraten. Weiter ist diese Symptomatik durch das Verschlucken, Umstellen oder Reduzieren von Silben und Wortteilen gekennzeichnet. Stottern und Poltern können auch kombiniert auftreten, wobei die Grenzen dabei häufig fließend sind. In der kindlichen Sprachentwicklung kommt gelegentlich ein sogenanntes "Entwicklungspoltern" vor, das aber nicht zwingend pathologisch sein muss.
In der Therapie wird dem Polterer ein Bewusstsein für die Störung seiner Sprechabläufe vermittelt. Da in der Regel keine neuralen oder muskulären Einschränkungen vorliegen, erfolgt auf dieser Basis recht schnell eine Verbesserung der Sprechdeutlichkeit.